Die Saga-Aufnahmen (I) Die Jahre zwischen 930 und 1030 werden in Island "Sagazeit" genannt.
In dieser Zeit spielen die Geschichten von Kriegen, Verbrechen,
sozialen Konflikten, großen Lieben und Freundschaften, menschlichen
Tragödien, die in den Isländersagas gesammelt sind. CD1 CD2 CD3 CD4 Stimmen der Kritik: "Keine Urbevölkerung musste bekämpft werden, als die ersten Siedler
im neunten Jahrhundert 'Eisland' erreichten. Sie betraten eine
leere Insel. Die isländische Geschichte, von der die Sagas erzählen,
ist vergleichsweise jung und noch immer im Alltagswissen verankert.
Auf vier CDs kann man sich bestens in Hintergründe und Geschichten
der Sagas einhören." "Thomas Böhm und Klaus Sander ließen zwei der wichtigsten Sagas
von zwei Einheimischen auf je einer CD nacherzählen. Die beiden
Isländer sprechen vorzüglich Deutsch (mit jenem winzigen Akzent,
der Authentizität ausstrahlt), und beide sind mit ihrem Stoff
bestens vertraut: Arthúr Björgvin Bollason und Sigrún Valbergsdóttir.
Auf zwei weiteren CDs finden sich werkübergreifende Einführungen.
Das Konzept setzt vollständig auf Mündlichkeit - die Erzähler
und die zusätzlich befragten Forscher oder Saga-Liebhaber sprechen
ersichtlich frei in die Mikrofone. Manche wägen bedächtig ab,
manchen sprudeln vor Begeisterung über, und eine Trouvaille ist
etwa, als einzige historische Aufnahme, eine kurze deutschsprachige
Einschätzung des greisen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness
aus dem Jahr 1976 über das unterschiedliche Verständnis der Texte
in verschiedenen Lebensaltern. Die eigentliche Kunst der Nacherzähler
besteht aber im notwendigen Weglassen, in der Beschränkung auf
das Wesentliche zuungunsten komplizierter Genealogien, auf den
Erzählkeim also. Dies gelingt in beiden Fällen vortrefflich." "Es ist ein kluges und verdienstvolles Projekt von supposé, die
Isländersagas dem deutschen Publikum in einer erzählten Fassung
vorzustellen. Die Zuhörer werden von isländischen und deutschen
Erzählern in die phantastische Welt der Sagas eingeführt. Hören
Sie selbst!" "Thomas Böhm und Klaus Sander sind nicht nur den Spuren der Geschichte
an den Originalschauplätzen nachgegangen, sie knüpfen auch an
die Tradition der mündlichen Überlieferung an, indem sie zahlreiche
Menschen zu Wort kommen lassen, die mit eben diesen Ereignissen
aus der Vergangenheit bestens vertraut sind. Blutige Ereignisse,
in denen es um Liebe und Tod, um Neid und Rache geht, um starke
Familienbande, Frauen, die ihre Männer zum Mord anstacheln, um
Ächtungen und Wunder, Freundschaft und Zauber, um Scheidungen
und Frauen, die 'kein Weibchen für die Ecke' sein möchten. Unmöglich,
die Geschehnisse auch nur ansatzweise wiederzugeben. Und doch
erschließt sich dem Hörer nach und nach deren archaische Kraft,
ihre spröde Schönheit und die Wucht der Auseinandersetzungen.
Nachdem man sich eingehört hat in den grausamen Lauf der Dinge,
wird auch plausibel, weshalb die weit zurückliegenden Dramen im
Alltagsleben der Isländer noch heute eine große Rolle spielen
und wieso diese Figuren sich wie Freunde oder Verwandte in das
isländische Nationalbewusstsein eingeprägt haben." "Mord und Leidenschaft, Liebe und Hass durchziehen die isländischen
Sagas, die auf diesen CDs zu hören sind. Das Besondere: Sie werden
nicht vorgelesen, sondern frei und sehr lebendig von ausgewiesenen
Kennern der Materie an den Originalschauplätzen erzählt. Hilfreiche
Einführungen in die Besonderheiten der isländischen Sagas runden
dieses eindrucksvolle Hörbuch ab." "Das Wort Saga leitet sich vom isländischen Verb segja, sagen, erzählen, ab. Und das Erzählen, meint die Kinderbuchautorin
Kristín Steinsdóttir, 'ist eine Kunst. Erzählen kann nicht jedermann'.
Auf diesem großartigen Hörbuch aber kann es jeder Mann und jede
Frau." "Auf den vier CDs werden nicht nur Sagas erzählt. Zudem erläutern
Wissenschaftler anschaulich die Kulturgeschichte und Besiedlung
Islands, die Sprache und das Rechtssystem. Als Hörer bekommt man
ein umfassendes, sehr plastisches Gesamtbild dieser faszinierenden
europäischen Erzählkultur. Die Saga-Aufnahmen bewahren sie. Als
opulentes, unterhaltsames und spannendes Hörerlebnis, nicht nur
für Spezialisten." "Dass solche oral tradierte (!) Geschichte (!) in Europa immer
noch vorhanden ist, kann man sich im Zeitalter der audiovisuellen
Überwältigung aus zentraleuropäischer Perspektive kaum vorstellen.
Und doch vermittelt sich die Lebendigkeit mündlicher Erzählkunst
eindrucksvoll, wenn Thomas Böhm und Klaus Sander ihre deutsch
sprechenden isländischen Protagonisten an den Originalschauplätzen
der Sagas frei erzählen lassen. Die wunderbar deutsch erzählenden
Isländer, an den alten Orten, in den alten Landschaften, sie holen
in den Saga-Aufnahmen etwas hervor aus den virtuellen Archiven der mündlich übertragenen
Kulturgeschichte Europas. Ja, wunderbar, dieses Erzählen." "Mit den Saga-CDs holt supposé die erst mündliche, dann schriftlich kodifizierte Erzählung in
ein neues Medium. Auf den CDs werden die Sagas nicht nur in einem
schönen, leicht durch die isländische Muttersprache der Erzähler
verschatteten Deutsch wiedererzählt, sondern auch durch begleitende
Stimmen nahegebracht. Das Booklet zeigt Fotos der Aufnahmeorte,
denn wie alle CDs von supposé sind auch diese an jenen Schauplätzen aufgenommen worden, die
für die Erzählung wichtig sind." "In Island kennt die Sagas, die Gründungsgeschichten des so betörend
schönen Inselstaates, jedes Kind. Beim Hören dieser vier CDs,
auf denen Autoren und Island-Kenner sehr persönlich erzählen,
wird man sich der Faszination dieser Sagenwelt kaum entziehen
können. Oder aber einen Flug buchen." "Island ist nicht nur sagenhaft schön, sondern tatsächlich ein
'Saga'-Land. Für die Edition haben Klaus Sander und Thomas Böhm
Saga-Orte besucht. Die Täler, Berge und Flüsse, an denen die Tonaufnahmen
entstanden, kann man im Booklet betrachten, vor allem aber hören.
Es ist, als stehe man mit den Erzählern auf einem windigen Berg
oder am plätschernden Bach." "Man braucht gegenüber einem Isländer eine Saga nur zu erwähnen,
bemerken Thomas Böhm und Klaus Sander im Booklet der Edition,
und schon löst man Erzählen aus. Denn die Saga-Figuren sind in
Island quasi gute Bekannte, ihre Geschichten, die zu Beginn der
isländischen Gesellschaft zwischen 930 und 1030 spielen, werden
seit jeher mündlich tradiert. Auf den vier CDs der Edition Die Saga-Aufnahmen vollziehen Thomas Böhm und Klaus Sander davor eine tiefe Verbeugung,
zusammen mit den deutsch sprechenden Isländern, die Sagas vortragen,
und einigen Wissenschaftlern, die Hintergründe der Saga-Zeit erläutern.
Wenn man sich auf den Erzählfluss dieser sehr, sehr schönen Edition
einzulassen beginnt, auf diese Geschichten voller Liebe und Hass,
Mythen und übernatürlicher Dinge, Geister und Dämonen, dann entsteht
langsam der Eindruck, als ob ein Vorhang weggezogen wird. Es ist
wie ein Eintauchen in ewig Vergangenes, aber in Island noch sehr
Lebendiges. Wundervoll, diese Kunst des Erzählens." "Bei supposé hat man sich wieder etwas ganz Besonderes ausgedacht: Isländer
erzählen auf Deutsch ihr Sagas und deren Wirkung bis in den heutigen
Alltag. Das ganze mit ausführlichem Booklet und in schönster Aufmachung." "Klaus Sander und Thomas Böhm sind in den hohen Norden gereist
und haben sich einige Sagas mündlich erzählen lassen. So blüht
der Humor und die erfrischende Absurdität auf, von denen die Sagas
mit ihren Geschichten von starken Männern und klugen Frauen nur
so strotzen. Erzählt wird auch der historische Hintergrund der
Sagas und die Wirkung, die sie im Leben der heutigen Isländer
spielen. Unser Bild von Island verändert sich somit während des
Hörens unweigerlich. Eine wunderbare Gelegenheit, Feuer zu fangen
für die Sagas." "Kaum eine literarische Tradition hat sich als so vital erwiesen
wie die isländischen Sagas. Ihre Lebendigkeit haben sie zum einen
durch die Lebensnähe der Geschichten. Zum anderen aber auch, weil
sie Teil einer mündlichen Erzähltradition geblieben sind. Auch
heutige Isländer berichten, dass ihre Eltern ihnen als Kinder
Epsioden aus den Sagas erzählt haben. Die kleine, inzwischen mehrfach
preisgekrönte Berliner Edition supposé knüpft genau hier an. Das CD-Projekt Die Saga-Aufnahmen (Konzept und Regie: Thomas Böhm, Klaus Sander) ist kein Hörbuch
mit vorgelesenen fertigen Texten. Isländer erzählen hier, frei
und lebendig, die Sagas auf ihre Weise. So erschließen sich diese
Geschichten auch für ein deutsches Publikum ganz neu. Die CD-Box
ist der ideale Einstieg in die Welt der Sagas. Exzellenter Stoff!" "Ein umfassendes und lebendiges Bild einer einzigartigen Literatur
entsteht." "Man kann süchtig nach diesen Geschichten werden, aber vor allem
nach den Stimmen, die sie erzählen. Das mündliche Erzählen schafft
eine Nähe, die unweigerlich berührt, da der Erzählende immer gerichtet
spricht, er will verstanden werden, zieht sich nicht auf das gedruckte
Wort zurück. Der Rhythmus, die Pausen, die Bewegungen des Denkens
und der Erinnerung sind in dieser Form des mündlichen Erzählens
enthalten. Das ist etwas anderes als ein vorgelesener Text, man
spürt, wie sich die Erzählenden an ihrem Stoff erfreuen, wie ihnen
selbst noch einmal die Komik bewusst wird, die in den Stoff der
Sagas eingeflochten ist. Ein Geniestreich." "Sechsmal sind Sander und Böhm seit Mai 2009 nach Island gefahren,
um dort mit wechselnden Erzählern Sagas aufzunehmen. Jedes Mal
haben sie neue Leute kennengelernt, sodass ein facettenreiches
Stimmenpanorama zusammenkam: fast schon ein Hör-Archiv der isländischen
Sagakultur. Dass es ihnen dabei nicht um eine Suche nach möglichen
Ursprüngen, sondern um den gelebten Alltag der Gegenwart ging,
ist Klaus Sander wichtig. Das Island-Projekt schließt an eine
Grundidee von supposé an: Erzählen und Sprechen sind dem Schriftlichen ebenbürtig.
Viele Isländer der mittleren und älteren Generation sprechen sehr
gut Deutsch, das war natürlich entscheidend für die Island-CDs.
Sander und Böhm erbringen den Beweis, dass die heutigen Isländer
wunderbare Geschichtenerzähler sind; für ihre Aufnahmen sind sie
an die Originalschauplätze gefahren, um sich vom Flair der Orte
inspirieren zu lassen. Die Fotos in den beiden Booklets zeigen,
wie schnörkellos schön diese Landschaft ist." "Die isländischen Sagas sind regional-literarischen Ursprungs,
werden bis heute sowohl gelesen wie auch weitererzählt, und ihre
Volkstümlichkeit macht sie verständlich für alle, bildet eine
literarisch-orale Tradition, die durch die Generationen geht und
für alle Lebensalter interessant ist. Die opulente und sorgfältige
Ausstattung der Box verdient unbedingt Erwähnung. Hochgradig empfehlenswert!" "Lebendiger kann man sich Island und seine Geschichten nicht nahebringen
lassen." "Für Island und die Isländer sind die Sagas Teil ihrer Identität,
es handelt sich keineswegs um längst vergessene Texte, sondern
sie gehören zum Allgemeingut der Bevölkerung und berühren gewissermaßen
den Kern des isländischen Wesens. Aus dieser Erkenntnis speist
sich das anspruchsvolle Projekt, das supposé in Angriff genommen hat. Mit der Erzählung der Sagas durch deutschsprechende
Isländer lebt nicht nur die mündliche Erzähltradition wieder auf,
durch die Kombination mit persönlichen Geschichten und Erlebnissen
der Sprecher wird auch der enge Bezug der Isländer zu dieser Literatur
sehr deutlich." "supposé hat mit Die Saga-Aufnahmen - Teil 1 eine sehr inspirierende Mischung hingekriegt, einzelne Sagas
von Deutsch sprechenden Isländern (mit unwiderstehlichem Akzent)
nacherzählen zu lassen und O-Töne zu sammeln, die die Bedeutung
der Sagas für das isländische Volk und seine Literatur beleuchten." "Eine faszinierende Audio-Edition" "Eine Lektion in Mut und Durchhaltevermögen." "Das Gespräch mit der Natur lässt sich auch in der Jetztzeit erzählen,
die alten Erzählungen sind im kollektiven Gedächtnis quicklebendig.
Thomas Böhm und Klaus Sander stellen in einer auf acht CDs angelegten
Edition ein Island vor, in dem die Sagas allgegenwärtig sind und
das Nachdenken über sie einen Teil ihrer Lebendigkeit ausmacht.
Vielleicht ist, wenn man am Rand der Welt inmitten eines Wortmeers
in der in gleichgültiger Stummheit fernsten Natur wohnt, dem Menschen
nichts wichtiger zum Überleben als das Erzählen, als die Selbstvergewisserung,
dass es diesen Ort, diese Zeit, sich selbst, also: die Welt wirklich
gibt und man dahin gehört, zu jedem Ende hin." "Wer die Sagas, die historisch-literarischen Überlieferungen über
die Zeit der ersten Besiedlung, als Nicht-Isländer kennenlernen
will, der sollte sie am besten hören. Das entspricht ihrer traditionellen
mündlichen Überlieferung, und daher sind die beiden Hörbücher
der Saga-Aufnahmen ein solcher Glücksfall: Isländer erzählen darin ihre jeweils
eigene Version der tradierten Texte nach, frei und lebendig und
mit jener Nähe, die uns berührt, da sie in ihrer entschlossenen
Mündlichkeit auf uns abzielt. Dass Isländer große Geschichtenerzähler
sind, wusste man zwar auch schon ohne dieses Stimmenorchester.
Und dennoch lässt sich kaum eine überraschendere Adaption mittelalterlicher
Literatur denken als diese strahlend frische, überlegen komponierte
und nicht zuletzt freche Version der einzigartigen Epen." "Ein tolles Projekt, das der mündlichen Erzähltradition Rechnung
trägt." "Ein vielfältiger, lebendiger Bericht, ein erstaunliches Archiv
der isländischen Kultur aus berufenem Mund. Das ungewöhnliche
Projekt steht an der Grenze zwischen Literatur und erzählter Geschichte.
Wie kaum ein anderes passt es zum Motto 'Sagenhaftes Island',
unter dem das Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist. Wer
selbst nach Island reisen möchte, kann sich hiermit bestens auf
die Kultur vorbereiten, die ihn erwartet." "Die vier CDs mit isländischen Sagas gehören zu den Kostbarkeiten
des Jahres." "Die Geschichten über die Lachsflusstal-Leute oder die am Fluss
Rangá mäandern durch die Zeiten und durch Täler und über die Hügel.
Mit dem SAGA-Projekt hat Klaus Sander das Konzept seines supposé-Audio-Verlags konsequent fortgeführt." "Das einzigartige CD-Projekt bewahrt einen Kultur-Schatz, als
sinnliche Hör-Reise, akustisch abwechslungsreich durch viele Erzähler
und Naturgeräusche." "Rund 20 Personen nehmen einen in dieser zweiteiligen Saga-Edition
mit auf eine akustische Reise, auf der man viel darüber erfährt,
wie die Isländer heute mit den alten Geschichten leben. Beiden
CD-Boxen sind dicke Booklets mit Landschaftsaufnahmen beigefügt,
in die man sich beim Zuhören wunderbar vertiefen kann." "Ein gewagtes Experiment, das voll gelungen ist. Es ist zu hoffen,
dass diese Edition nur die erste in einer langen Reihe sein wird." "Wenn ihr mehr über die Sagas wissen wollt, hört euch diese wunderbaren
Saga-Aufnahmen an." "Einen neuen Geniestreich hat supposé gerade veröffentlicht: Die Saga-Aufnahmen. Bei Sagas handelt
es sich um alte isländische Heldengeschichten. Bis zum heutigen
Tag werden diese mündlich tradiert, jeder Isländer kennt die Storys.
Die bestechende Idee von supposé: die Sagas von deutsch sprechenden Isländern an den Originalschauplätzen
erzählen zu lassen. Gerade der Widerspruch zwischen der modernen
Alltagssprache und den archaischen Themen macht die Aufnahmen
so interessant. Vor allem aber sind die Geschichten so verrückt
und schön, dass man sie sofort seinen Kindern weitererzählen möchte." "Das anspruchsvolle Hörprojekt von Klaus Sander und Thomas Böhm
ermöglicht dem Zuhörer Zugang zu einem außergewöhnlichen Kulturschatz." "Die Saga-Aufnahmen funkeln vor sprachlicher und interpretatorischer
Lebendigkeit und lassen erahnen, wie der 'Sagastil' vor mehr als
1000 Jahren geklungen haben mag." "Das gewiss ungewöhnlichste Hörbuchprojekt des Jahres." "Diese Hörbücher sind eine Entdeckung! Da geht jemand los und
lässt sich auf der Insel aus Feuer und Eis an den vermeintlichen
Originalschauplätzen die alten Island-Sagas erzählen, von kundigen
Isländern auf Deutsch. Diese Island-Sagas haben eine unglaubliche
Wucht. Da gibt es: die diametral entgegen gesetzten Pole, das
Unausweichliche, Schicksalhafte - alle Figuren können nicht anders,
als eben so, wie sie handeln - und doch sind selbst ihre ärgsten
Grausamkeiten motiviert und nachvollziehbar. Und das Starke daran
ist, wie lapidar sie auf diesem Hörbuch erzählt werden. Ganz selbstverständlich,
kein Wort zuviel, aber in den kleinen Randbemerkungen blitzt soviel
Ideologiekritik auf: Da wird die Heldenhaftigkeit der Sagarecken
immer wieder in Frage gestellt, vor allem ihr Ehrbegriff, ihre
Härte gegen sich und andere. Das sind, wenn man so will, stark
überzeichnete Beziehungsdramen - und sie haben als solche Bestand
bis heute." Die Saga-Aufnahmen (II)

Njáls saga / Laxdæla saga
Konzeption & Regie: Thomas Böhm und Klaus Sander
Erzähler: Arthúr Björgvin Bollason, Sigrún Valbergsdóttir, Klaus
von See, Einar Kárason, Kristof Magnusson, Julia Zernack, Árni
Björnsson, Kristín Steinsdóttir, Gísli Már Gislason, Halldór Laxness
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt: Michael Schlappa, Anja Theismann
Produktion: supposé 2011
gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes
Box mit 4 Audio-CDs, 276 Minuten
und Booklet, 48 Seiten
ISBN 978-3-86385-001-2
Euro 39,80
Ausgewählt für die hr2-Hörbuchbestenliste Mai 2011
BESTELLUNG
In Deutschland werden die Sagas oft mit "Sagen" verwechselt, mit
Volksmärchen von Elfen und Trollen, und insbesondere mit der in
der Edda geschilderten nordischen Mythologie, der Götterwelt um
Odin und Thor. In Island sind die Sagas allgegenwärtig, ihre Helden
präsent wie gute Bekannte. Jede Region Islands hat ihre eigene
Saga - mündlich überlieferte Geschehnisse aus der Anfangszeit
der isländischen Gesellschaft. Die Saga-Aufnahmen knüpfen an die jahrhundertealte Erzähltradition auf Island an.
Thomas Böhm und Klaus Sander haben für dieses mehrteilige Editionsprojekt
zahlreiche Islandreisen unternommen und auf ihren Aufnahmetouren
Deutsch sprechende Isländer ihre persönlichen Geschichten und
Erkenntnisse zu den Sagas erzählen lassen.
Die Veröffentlichung der Saga-Aufnahmen beginnt im Frühjahr 2011 mit den Erzählungen zweier großer Isländersagas:
Arthúr Björgvin Bollason erzählt Die Saga von Njáll (Njáls saga) über den Helden Gunnar, dem eine Ohrfeige, die er seiner Frau
gibt, zum Verhängnis wird und seinem Freund Njáll, dem größten
Rechtskenner seiner Zeit, der mit seiner Familie einem "Mordbrand"
zum Opfer fällt. Sigrún Valbergsdóttir erzählt die Die Saga der Leute aus dem Lachsflusstal (Laxdæla saga), den Nachkommen der ersten Siedlerin Islands, die tragische Liebeshändel
und Familienfehden austragen, in deren Hintergrund sich die in
der europäischen Geschichte einzigartige, unblutige Christianisierung
Islands im Jahre 1000 vollzieht.
Um den Spuren der Landschaft in den Geschichten nachzugehen, wurden
die Saga-Erzählungen an den Originalschauplätzen aufgenommen,
die im Booklet der CD-Box auch fotografisch dokumentiert sind:
im Angesicht der großartigen Panoramen der isländischen Historie
und Natur, deren Geräusche als Hintergrund Eingang in die Aufnahmen
fanden.
Neben den Erzählungen der beiden Sagas enthält die Box zwei weitere
CDs, auf denen die Schriftsteller Einar Kárason, Kristof Magnusson
und Kristín Steinsdóttir, die Wissenschaftler Klaus von See, Julia
Zernack und Árni Björnsson, sowie als historischer Originalton
der Nobelpreisträger Halldór Laxness in einführenden Erläuterungen
und Kommentaren die historischen und kulturgeschichtlichen Hintergründe
der Isländersagas erschließen - einem außerhalb Islands weitgehend
unbekannten, europäischen Kulturschatz.
Arthúr Björgvin Bollason erzählt die Geschichte der heiligen Quelle
Julia Zernack über Sagas und Isländersagas
Klaus von See über die Isländer und ihre Sagas
Kristof Magnusson über die Faszination der Isländersagas
Sigrún Valbergsdóttir und Gísli Mar Gislason über Redewendungen
in den Sagas
Kristín Steinsdóttir über Erzählen als Kunst
Einar Kárason erzählt die Geschichte von Thórdur kakali
Arthúr Björgvin Bollason erzählt die Saga von Njáll (Njáls saga)
Sigrún Valbergsdóttir erzählt die Saga der Leute aus dem Lachsflusstal
(Laxdaela saga)
Halldór Laxness über Erziehung durch die Isländersagas
Anmerkungen zur Njáls saga:
Arthúr Björgvin Bollason
Klaus von See über das isländische Rechtssystem im Mittelalter
Anmerkungen zur Laxdaela saga:
Árni Björnsson
Sigrún Valbergsdóttir
(Wiebke Porombka, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. März 2011)
(Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. April
2011)
(Bernhild Vögel, Icelandreview, 18. April 2011)
(Marianne Kolarik, Kölner Stadt-Anzeiger Magazin, 30. April/1.
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(Knut Cordsen, Bayern 2 kulturWelt, 9. Mai 2011)
(Christian Kosfeld, hr2 Mikado, 27. Mai 2011)
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(Andreas Kohm, Badische Zeitung, 8. Oktober 2011)
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(Jürgen Werth, NDR Kultur, 13. Oktober 2011)
(Hartwig Tegeler, Deutschlandradio Kultur, 14. Oktober 2011)
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(Astrid Königstein, ASB Magazin, Nr. 4/11, Dezember 2011)
(Wolfgang Schiffer, die horen, Nr. 244)
(Denis Scheck, Deutschlandfunk Büchermarkt, 16. Dezember 2011)
(Tobias Barth, MDR Figaro, 3. Januar 2012)
Egils saga / Grettis saga