Karin Mölling erzählt Viren sind Grenzgänger zwischen lebender und toter Materie. Es
gibt sie überall in astronomisch großen Mengen (10 hoch 33). Dabei
sind Viren wandlungsfähiger als alles andere, was wir auf der
Welt kennen. Vielleicht waren sie sogar der Anfang des Lebens
auf der Erde. CD1 Stimmen der Kritik: "In Das Leben der Viren erzählt Karin Mölling nicht nur die Geschichte
der Virologie, sondern gewährt auch Einblicke in ihre aktuelle
Forschung. Man könne, ist Möllings zunächst erstaunlich klingende
These, Viren quasi in den Selbstmord treiben..." (Wiebke Poromka,
ZEIT online) "Kriegsvokabular im Labor: Viren gelten vielen Menschen als 'hinterhältig'
oder 'bösartig'. Sie werden als 'Angreifer' bezeichnet, die 'Attacken'
reiten, und die es mit ihren eigenen Waffen 'abzuwehren' gilt.
Karin Mölling, Professorin für Medizinische Virologie an der Universität
Zürich, kennt etliche dieser Vergleiche und findet sie vielfach
unpassend. Warum, erklärt sie in Das Leben der Viren. Das Hörbuch
ist eine Art Privatvorlesung, supposé bietet mit diesem Konzept Wissen aus erster Hand - ein Ansatz,
der seinesgleichen sucht. Verlagschef Klaus Sander hat Karin Mölling
das Mikrofon vorgehalten und Regie geführt. Auf zwei CDs entwerfen
die beiden ein umfassendes Bild der winzigen Partikel, deren Zahl
auf der Erde jedes Vorstellungsvermögen sprengt. 'Die Viren sind
immer schlauer als man selber, das ist eine große Herausforderung,
der man sich stellen muss', sagt Mölling gleich zu Beginn. Und,
so viel vorneweg: Nach dem Vortrag bleiben nur wenige Fragen.
Man hört ihr sowohl gerne als auch mit Gewinn zu. Kurz: Hier weiß
jemand, wovon er erzählt." (Thilo Resenhoeft, dpa) "Geduldig erklärt die Forscherin Karin Mölling dem medizinischen
Laien, was Viren sind, was sie im Körper tun - und welche Gemeinsamkeit
sie mit Fußbällen haben. Ihre Erkenntnis: Viren sind nicht immer
der Feind des Menschen, sondern suchen oft eine friedliche Koexistenz
mit ihm, weil sie ohne Wirt nicht überleben könnten. Trotzdem
beschäftigt sie sich vorwiegend mit den bösen Viren, die etwa
Krankheiten wie Aids oder Krebs auslösen: Sie entdeckte einen
Mechanismus, mit dem es gelingen könnte, Viren praktisch in den
Selbstmord zu treiben. Der Zuhörer lernt, wie diese Strategie
funktioniert - und warum es doch so schwierig ist, Viren zu bekämpfen."
(ZEIT Wissen, Nr. 1/2010) "Karin Mölling erläutert in ihrem kurzweiligen Rundumschlag über
den Sonderstatus und die besonderen Umstände der Viren, weshalb
ein Leben auf der Erde ohne die verhassten kleinen 'Angreifer'
kaum denkbar ist." (Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine
Zeitung) "Das Leben der Viren ist eine Art Privatvorlesung einer der renommiertesten deutschen
Forscherinnen. Mölling erzählt alles Mögliche über Viren, den
Unterschied zu Bakterien und die langwierige Erforschung des HI-Virus.
Eine CD für längere Autofahrten, die ein kompliziertes Thema anschaulich
rüberbringt." (Planet Wissen, WDR/SWR/BR-alpha, 10. Februar 2010) "Umfangreiches und für den Laien verständliches Basiswissen aus
dem Leben der Viren kann man sich seit Neuestem bequem über den Kopfhörer aneignen
- dank Karin Mölling und supposé. Die Frage, warum auf dem Cover neben der Professorin ausgerechnet
ein Fußball zu sehen ist, wird dann beim Anhören beantwortet -
von einer, die sich auskennt." (Christian Neubert, Titel Kulturmagazin,
18. März 2010)

Das Leben der Viren
Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzählerin: Karin Mölling
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2009
2 Audio-CDs, 135 Minuten
Booklet, 20 Seiten
ISBN 978-3-932513-90-9
Euro 24,80
BESTELLUNG
Gemeinhin werden Viren als Krankmacher definiert und ihr Verhalten
mit Kriegsvokabular beschrieben, obwohl viele Viren gar nicht
krank machen. Vielmehr suchen sie eine friedliche Koexistenz mit
ihrem Wirt, ohne den sie nicht überleben und sich vermehren können.
Im menschlichen Erbgut finden sich viele Viren, die nicht schaden,
sondern vermutlich sogar nützen. Doch dauert es auf natürlichem
Wege sehr lange, bis diese Balance erreicht ist, zu lange. Insbesondere
HIV hat unsere Vorstellungen von Infektionsgefahren, Problemen
der Dritten Welt und unser Bewusstsein davon verändert. Es entstand
aus dem Affenvirus SIV in Afrika, an dem Affen aber nicht erkranken,
und breitete sich von dort in die ganze Welt aus. Innerhalb von
100 Jahren wurden aus einem Infizierten 50 Millionen. HIV, seit
25 Jahren bekannt, ist zugleich die größte Erfolgs- wie Misserfolgsgeschichte
der Medizin. Erfolgreich waren die rasche Etablierung von sehr
empfindlichen Diagnostikverfahren und die Entwicklung von bis
heute gut 20 Medikamenten. Ein Misserfolg ist, dass es trotz aller
Anstrengungen und immenser Forschungsmittel noch keinen Impfstoff
gibt und, da Viren sich so schnell verändern, wohl auch in absehbarer
Zeit nicht geben wird. Zudem haben sich Resistenzen entwickelt,
und die Therapien kommen nicht allen zugute: In Afrika werden
nur zwei Millionen von 25 Millionen Erkrankten behandelt.
Karin Mölling, Professorin für Medizinische Virologie an der Universität
Zürich, bemüht sich in ihrer Forschung um ein tieferes Verständnis
von Viren, um daraus neuartige Ansätze zur Medikamentenentwicklung
abzuleiten. So entdeckte sie einen Mechanismus, mit dem es gelingen
könnte, Viren quasi in den Selbstmord zu treiben: "Anstatt ein
Medikament anzuvisieren, das die Vermehrung des HIV hemmt, machen
wir das Gegenteil: Wir veranlassen das Virus, einen Schritt zu
tun, den es bei der Vermehrung ohnehin tut - aber zu früh." Dieser
Schritt aktiviert eine RNase H, eine Art molekularer Schere, die
das Erbgut des Virus zerschneidet, bevor dieses eine Kopie davon
angefertigt hat: Der Erreger zerstört sich, noch bevor er in die
Zelle eingedrungen ist. Diese Entdeckung könnte endlich zu einem
funktionierenden Mikrobiozid führen, das vor der Ansteckung mit
HIV schützt.
So kenntnisreich wie anschaulich, voller Begeisterung und nie
nachlassender Neugier für das noch Unerforschte erzählt Karin
Mölling "Das Leben der Viren". Von Geschichte, Grundlagen und
Methoden der Virologie - insbesondere der AIDS-Forschung - spannt
sie einen Bogen zum heutigen Erkenntnisstand ihrer Wissenschaft
und deren gesellschaftlicher Wirksamkeit, gibt Einblicke in den
Forschungsalltag und umreißt die großen Herausforderungen und
Fragen für die Zukunft.
01 Was ist ein Virus?
02 Wie Sand am Meer
03 Viren und ihr schlechter Ruf
04 Schmarotzer
05 Lebendig oder tot?
06 Das Virus und sein Wirt I
07 Das Virus und sein Wirt II
08 Payton Rous und die Anfänge der Virologie
09 Minitumore in der Petrischale
10 RNA und DNA
11 Retroviren, Reverse Transkriptase, Telomerase
12 Woher kommt HIV?
13 SIV und HIV
14 Kein Impfstoff in Sicht
15 Reicht Aufklärung?
CD2
01 Erfolg und Misserfolg: 25 Jahre HIV
02 Medikamente
03 Therapieansätze
04 Resistenzen
05 RNase H
06 Viren und Krebs
07 Nobelpreisgeschrei I
08 Nobelpreisgeschrei II
09 HIV in den Selbstmord treiben I
10 HIV in den Selbstmord treiben II
11 HIV in den Selbstmord treiben III
12 Gentherapie I
13 Gentherapie II
14 Viren gegen Viren
15 Stammzellen statt Krebszellen
16 Ein Blick in die Zukunft
17 Koala-Bären
18 Tote Viren im Erbgut
19 Polymerase Kettenreaktion
20 Viren im Weltall